Beim PV-Überschussladen nutzt deine Wallbox den überschüssigen Strom deiner Photovoltaikanlage automatisch zum Laden deines E-Autos. Statt den Solarüberschuss für eine vergleichsweise geringe Vergütung ins Netz einzuspeisen, erhöhst du damit deinen Eigenverbrauch und senkst deine Ladekosten. Solarstrom vom eigenen Dach kostet dich nur rund 10 bis 12 Cent pro Kilowattstunde, Strom aus dem Netz dagegen etwa 37 Cent. Mit einer geeigneten Wallbox für Photovoltaik kannst du diesen Preisvorteil direkt beim Laden deines E-Autos nutzen.
Damit Wallbox und Photovoltaik beim Überschussladen zusammenspielen können, brauchst du neben der PV-Anlage eine PV-fähige Wallbox und einen Energiezähler am Hausanschluss.
Das Wichtigste in Kürze
- PV-Überschussladen senkt deine Ladekosten, weil du überschüssigen Solarstrom direkt zum Laden deines E-Autos nutzt, statt ihn ins Netz einzuspeisen.
- Für das Überschussladen mit einer Wallbox brauchst du eine Photovoltaikanlage, eine PV-fähige Wallbox und einen Energiezähler am Hausanschluss.
- Eine Wallbox mit automatischer Phasenumschaltung kann die Ladeleistung besser an schwankende PV-Überschüsse anpassen.
- Ein Batteriespeicher ist für das PV-Überschussladen nicht notwendig, kann aber den nutzbaren Solaranteil erhöhen, wenn dein E-Auto nicht während der sonnigen Stunden lädt.
Was ist PV-Überschussladen?
Beim PV-Überschussladen wird dein E-Auto mit dem überschüssigen Strom deiner Photovoltaikanlage geladen. Der Begriff Überschuss meint genau die Strommenge, die deine Anlage gerade mehr produziert, als dein Haushalt im Moment verbraucht. Statt diesen Überschuss ins öffentliche Netz einzuspeisen, leitet ihn die Wallbox direkt in den Akku deines Autos.
Das Clevere daran ist die dynamische Steuerung: Scheint die Sonne stark, lädt dein Auto mit hoher Leistung. Ziehen Wolken auf und die Solarleistung sinkt, drosselt die Wallbox automatisch mit. Fällt der Überschuss unter eine Mindestschwelle, pausiert der Ladevorgang und startet von selbst wieder, sobald genug Sonne da ist. Dein Auto lädt also immer mit genau der Strommenge, die deine Anlage gerade übrig hat.
Lohnt sich PV-Überschussladen mit einer Wallbox?
Ja. PV-Überschussladen mit einer Wallbox lohnt sich, weil selbst erzeugter Solarstrom deutlich günstiger ist als Strom aus dem öffentlichen Netz. Gleichzeitig ist die Einspeisevergütung für neue Solaranlagen vergleichseweise niedrig und soll nach aktuellem EEG-Entwurf ab 2027 schrittweise auslaufen. Jede Kilowattstunde, die du selbst ins Auto lädst, ist daher mehr wert, als dieselbe Kilowattstunde, die du für wenige Cent ins Netz abgibst. Das Laden des E-Autos ist einer der wirksamsten Hebel, um den Eigenverbrauch deiner PV-Anlage zu steigern.

Infografik: So funktioniert PV-Überschussladen: Die Photovoltaikanlage erzeugt Solarstrom, den zuerst der Haushalt nutzt. Der überschüssige Strom lädt über die Wallbox das E-Auto, und nur der verbleibende Rest wird ins öffentliche Netz eingespeist.
Wallbox und Photovoltaik: So funktioniert das Zusammenspiel
Wenn du deine Wallbox mit der PV-Anlage koppeln willst, müssen drei Bausteine zusammenspielen: die Solaranlage, die Wallbox und ein Messpunkt am Hausanschluss. Der Ablauf dahinter ist im Kern einfach:
- Ein Energiezähler misst laufend, wie viel Strom gerade ins Netz fließen würde, also wie hoch dein aktueller Überschuss ist.
- Diese Information geht an die Wallbox oder an ein übergeordnetes Energiemanagementsystem, kurz HEMS.
- Die Wallbox startet den Ladevorgang und regelt die Leistung dynamisch mit dem verfügbaren Überschuss mit.
PV-Überschussladen mit HEMS im Video erklärt: Ab Minute 7:29 zeigen wir, wie ein Energiemanagementsystem den PV-Überschuss erkennt und die Wallbox gezielt zum Laden des E-Autos steuert
Viele moderne Wallboxen bringen den nötigen Energiezähler schon mit oder kommunizieren direkt mit dem Wechselrichter, also dem Gerät, das den Solarstrom für den Haushalt nutzbar macht. Ein eigenes Energiemanagementsystem ist dafür nicht zwingend nötig, aber durchaus praktisch. Ein technisches Detail entscheidet über den Komfort: die automatische Phasenumschaltung. Sie schaltet bei wenig Sonne auf einphasiges Laden um und bei viel Überschuss zurück auf dreiphasig. Ohne diese Funktion würde der Ladevorgang an schwächeren Tagen abbrechen, sobald der Überschuss unter etwa 4,1 kW fällt.
Welche Wallbox eignet sich für eine PV-Anlage?
Nicht jede Wallbox kann PV-Überschussladen. Moderne Modelle bieten meist drei Betriebsarten, zwischen denen du je nach Situation wählst:
- Manuelles Laden: Du startest den Ladevorgang selbst und lädst mit fester Leistung, unabhängig von der Sonne.
- Zeitgesteuertes Laden: Die Wallbox lädt nach einem Zeitplan, etwa nachts zu einem günstigeren Tarif.
- PV-Überschussladen: Die Wallbox nutzt automatisch den überschüssigen Solarstrom. Dafür muss sie mit deinem